Rheinischer Schützenbund e.V. 1872

Besichtigung des Europäischen Astronautenzentrums in Köln

Am 29. September 2018 war es soweit und einige Mitglieder des Rheinischen Schützenbundes, zum Teil in Begleitung ihrer Familienangehörigen, besuchten unter der Leitung der Landesdamenleiterin Brigitte Brachmann das Europäische Astronautenzentrum in Köln. Hier erwartete sie bereits die langjährige Astronautentrainerin Laura Winterling, die an diesem Tag den Schützen einen Blick hinter die Kulissen des EAC ermöglichte.

Kennen- und schätzen gelernt hatten die meisten der an diesem Tag mitangereisten Frauen Laura Winterling bereits anlässlich des Symposiums „Starke Frauen für den RSB“ vom 10. bis 11. März 2018 in Bergisch Gladbach.

Zunächst einmal mussten aber die 19 Besucher ihrer Personalausweise beim Pförtner abgeben und erhielten dafür jeweils einen Besucherausweis ausgehändigt. Dann ging es im Konvoi quer durch das weitläufige Areal des EAC hin zum Trainingsgebäude der Astronauten. Bereits in der Eingangshalle konnten die Besucher zahlreiche Modelle und Ausrüstungsgegenstände aber ebenso die Galerie der beim EAC ausgebildeten und in den vergangenen Jahren eingesetzten Astronauten bewundern.

Folgend bot die Astronautentrainerin den Besuchern rund zwei Stunden lang einen exklusiven Blick hinter die Kulissen des EAC. Zum einen im Auditorium mit überaus spannenden Einblicken und hochinteressanten Informationen sowie imposanten Bildern und Video-Spots über die Einsätze der Astronauten auf der ISS oder auch zur Astronautenausbildung vor Ort.

Im Anschluss daran besichtigten die Schützen dann die Trainingshalle mit den verschiedensten Stationen und schlussletztlich konnte man sogar eine der Raumkapseln betreten und sich dort einmal umschauen.

Unter anderem informierte Laura Winterling während ihres Vortrags über das im Jahre 1990 gegründete Astronautenzentrum am südöstlichen Kölner Stadtrand in der Wahner Heide. Rund 100 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Beim EAC findet sowohl Auswahl, vorbereitendes Training als auch Auswahl und Missionsberufung der neuen ESA-Raumfahrer statt. Hier erfolgt ebenso auch die Planung, Vorbereitung und Durchführung von Trainingsprogrammen für die bemannten Flüge zur ISS. Zurzeit sind in Köln zwölf ESA-Astronauten beheimatet.

Die ISS ist eine bemannte Raumstation, die sich in internationaler Kooperation seit 1998 im Bau befindet, betrieben und weiter ausgebaut wird. Sie umkreist in rund 400 Kilometer Höhe bei einer Höchstgeschwindigkeit von 27.600 km/h alle 92 Minuten einmal die Erde. Bei einer räumlichen Ausdehnung von etwa 110 m × 100 m × 30 m bewegt sie dabei eine Masse von 455 t und kostete bisher über 150 Milliarden US-Dollar. Die ISS wird seit dem Jahr 2000 dauerhaft von Astronauten bewohnt und ist ein gemeinsames Projekt der US-amerikanischen NASA, der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos, der europäischen Raumfahrtagentur ESA sowie der Raumfahrtagenturen Kanadas, CSA, und Japans, JAXA. In Europa sind die Länder Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Norwegen, Schweden, Schweiz und Spanien beteiligt.

Die jeweiligen Langzeitbesatzungen tragen die Bezeichnung „ISS-Expedition“ und eine fortlaufende Zahl. Drei Raumfahrer (der Kommandant und zwei Bordingenieure) starten jeweils gemeinsam zur Station, um dort für die nächsten sechs bis sieben Monate zu verbleiben.

Die Versorgung der Besatzung mit jeweils rund 2,5 t Lebensmitteln, Frischwasser, Kleidung, Sauerstoff sowie Ersatzteilen und wissenschaftlichen Experimenten wurden zunächst ausschließlich durch russische und US-amerikanische Versorgungsschiffe sichergestellt. Später kamen auch europäische und japanische Frachtflüge dazu. Die Versorgungsflüge erfolgen je nach Besatzungsstärke mehrfach jährlich. Anschließend werden die Transporter dann mit dem entstandenen Müll abgekoppelt und in die Erdatmosphäre zum Verglühen gebracht.

Derzeit ist mit Alexander Gerst wieder ein Deutscher auf der ISS. Gerst war bereits im Jahr 2014 schon einmal für ein halbes Jahr dort. Im Juni 2018 startete er mit der 56. ISS-Mission zu seinem zweiten Einsatz. Und ab morgen, 3. Oktober 2018, ist er dann sogar für drei Monate der Kommandant der ISS und damit der erste deutsche Kommandant.

Noch in diesem Jahr wird eine weitere Gruppe rheinischer Schützinnen und Schützen das EAC besuchen.

Interessierte können sich unter www.spacetimeconcepts.com über die Möglichkeiten einer Besichtigung mit Frau Laura Winterling informieren.

Weiter ging es zum Gut Leidenhausen


Unter starker „Polizeibe- und -überwachung“, Erdogan ließ an diesem Tag freundlichst grüßen, ging es dann für die Schützinnen und Schützen weiter zu einem Besuch in der Greifvogelschutzstation beim Gut Leidenhausen in der Wahner Heide in Köln, um dort einmal einen Einblick in die Pflege und Behandlung verletzt aufgefundener Greifvögel zu erhalten.

Danach gab es dann noch für alle verbliebenen Schützinnen und Schützen vom Verband spendierten Kaffee und Kuchen. Im Verlaufe dieses Nachmittags konnten die Teilnehmer dann auch Präsident Willi Palm mit Ehefrau begrüßen.

Leider schaffte es die Falknerin nicht bis zum Gut vorzudringen, da sämtliche Zufahrten heillos verstopft waren. Aber freundlicher Weise konnte zu mindestens eines der anwesenden Vorstandsmitglieder den Schützen einen Rundgang über die Anlage ermöglichen. Herzlichen Dank.

Die Greifvogelschutzstation wurde in den 1960er Jahren von der Stadt Köln gegründet und 1994 übernahm die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Köln e. V. die Trägerschaft. Als staatlich anerkannte Auffangstation für kranke, verletzte oder junge elternlose Greifvögel und Eulen leistet die Greifvogelschutzstation einen auch überregional wichtigen Beitrag zur Erhaltung des Greifvogelbestandes. Jährlich werden bis zu 100 Tiere durch die Feuerwehr oder durch Privatpersonen in der Station eingeliefert. Dank guter tierärztlicher Betreuung und qualifizierter Pflege können viele Tiere wieder in die freie Natur entlassen werden, sobald sie gesund gepflegt bzw. großgezogen sind. Leider gelingt dies nicht immer, deshalb bietet die Greifvogelstation auch Dauerpflegefällen und aus artenschutzrechtlichen Gründen beschlagnahmten Vögeln ein sicheres Heim. Durchschnittlich sind 60 Greifvögel dauerhaft in der Station untergebracht.

Danach nahmen dann alle den mühevollen Versuch auf, sich durch verstopfte Straßen und Autobahnen zu arbeiten, dabei musste auch die eine oder andere Sperrung in Kauf genommen werden.

Interessierte erhalten weitere Informationen unter:
https://www.gut-leidenhausen.de/greifvogelstation.php .

Mehr im nächstmöglichen RSB-Journal.



Autor: K. Zündorf
Datum: 02.10.2018

 

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